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Das Privateigentum

Von Manuel Barkhau für „Die Marktradikalen“
https://twitter.com/mbarkhau
https://www.imaginäreseigentum.de

Im Kern jeder Vorstellung von Gerechtigkeit steht implizit auch ein Konzept von Eigentum. Das gilt für jede Politik und für jede Weltanschauung. Egal ob Sozialist oder Kapitalist, ob Befürworter von Demokratie oder von Freiheit. Jeder, ob er sich darüber Gedanken gemacht hat oder nicht, jeder hat eine Vorstellung von Eigentum. Was nichts anderes ist als die Antwort auf die Frage: Wer hat das Sagen über was? Sollen es das Individuum sein, oder ein König, oder vermeintlich ein Volk etwa durch gewählte Politiker? Das ist die Frage des Eigentums.

Für Räuber, für Könige, und für Demokraten ist diese Frage einfach zu beantworten: Sie haben das sagen, und zwar über alles. Warum? Na, weil sie die Stärkeren sind, weil es Gottes Wille ist, weil sie die Mehrheit sind.

Wozu Privateigentum

Aber was ist mit Menschen, die solche Barbarei überwinden wollen, denen Frieden lieber ist als der Krieg aller gegen alle? Was ist mit Menschen, die erkennen können, dass der Aufstieg der Menschheit aus dem Elend nicht möglich wäre ohne Arbeitsteilung, Spezialisierung und Kapital? Wer das erkennt, muss sich auch fragen: Was sind die Bedingungen für solch eine Gesellschaft. Welche Regeln sorgen am ehesten für Frieden, Freiheit und Wohlstand? Kurzum: Welches Konzept von Eigentum ist Bedingung für die Zivilisation?

Im Folgenden geht es um eine libertäre Antwort auf diese Frage.

Zentrale Rolle der Knappheit

Bei der Suche nach Regeln gehen wir von einem bestimmten Menschenbild aus sowie auch von einer Vorstellung über die Umwelt, in der wir Leben.

Von außen betrachtet ist ein Mensch weder Gut noch Böse, ebenso wenig wie die flüchtende Gazelle gut ist oder der Löwe böse ist, wenn er die Gazelle frisst. Menschen verfolgen Ziele. Im Rahmen dieser Ziele mag ein Mensch solche Begriffe wie „Gut“ und „Böse“ für sich als nützlich erachten mag. Solch ein Menschen, der weder Engel ist noch Teufel, wird aus seinem eigenen Antrieb und seiner eigenen Überzeugung nur Regeln annehmen, wenn er sieht, wie diese helfen seine Ziele zu erreichen.

Nach dem Menschen kommen wir zu seiner Umwelt. Wir nehmen an, dass es Sachen in der Natur gibt, die noch keiner in Besitz genommen hat. Jemand kann diese Sachen als Güter betrachten, also als nützlich für seine Ziele. Solch ein Gut wäre zum Beispiel ein Apfel auf einem wilden Baum, der nützlich ist, um den Hunger zu stillen. Solange jemand sich behaupten kann, hat er keinen Grund, den Apfel eher einem Anderen zu überlassen und selbst deswegen hunger zu leiden. In dieser Hinsicht geht es dem Menschen nicht anders als der Bakterie, dem Wurm oder einem Tier.

Das allgegenwärtigste Gut um uns herum ist die Atemluft. In unserem Alltag gibt es äußerst selten Konflikte um Atemluft, auch wenn es für unser aller Leben unabdingbar ist. Wir verdanken diesen Frieden aber nicht unserer sanften Natur oder unserer Vernunft, sondern der Tatsache, dass Atemluft im Überfluss vorhanden ist. Oder kürzer gesagt: Atemluft ist nicht knapp. Das ist aber keine inhärente Eigenschaft von Atemluft, sondern ein Umstand, der zwar sehr häufig sein mag, aber er ist nicht unbedingt universell. Wir können sehr wohl in Konflikt über Atemluft geraten und zwar sobald es knapp wird. Das wird jeder bezeugen, der eine Flasche Atemluft für sich abfüllt, bevor er auf einen Tauchgang geht.

Problemstellung

Der zielgerichtete Mensch, in einer Umwelt voller Knappheit, steht vor dem Problem, dass manche seine Ziele nicht vereinbar sind mit denen anderer Menschen. Es besteht die Gefahr, dass die Früchte seiner Arbeit ihm einfach genommen werden können. So wird ein Bauer kein Land beackern und besäen, wenn er annehmen muss, dass eine Horde seine Ernte im Herbst kassieren wird. Er wird sich nicht niederlassen, spezialisieren und Kapital aufbauen, wenn er sich damit bloß zur leichten Beute macht, für Räuber die immer wieder Schutzgeld von ihm erpressen.

Das Ackerland, die Ernte und das Kapital, alle diese Güter unterliegen der Knappheit. Wenn zwei Menschen die Ernte haben wollen, dann sind sie im Konflikt. Es kann nicht sowohl der eine die Ernte haben, wie auch der andere. Sie könnten die Ernte in zwei teilen, aber dann hätte jeder eben nur die Hälfte.

Bei einem knappen Gut haben wir nur zwei Option: entweder einer zwingt seinen Willen dem anderen auf, mit List oder mit Gewalt, wie es die Tiere und Räuber tun, oder beide kommen zu einer Einigung, bei denen sie ihre übergeordneten Ziele erreichen, bez. von denen sie beide profitieren.

Der Markt

Und wir haben allen Grund, solch eine Einigung zu finden.

Man bedenke die oftmals zu hörende Sitte auf einem Marktplatz. Nach Abschluss von einem Geschäft, sagt der Käufer „Danke“ und der Verkäufer antwortet ebenfalls mit „Danke“. Diese kuriose Sitte ist kein Zufall, denn dem Käufer sind die Waren mehr Wert als das Geld und dem Verkäufer ist das Geld mehr wert als seine Waren.

Beide stehen durch ihren Tausch, besser da als zuvor. Unsere Mitmenschen verdienen, durch ihr Schaffen, unsere Dankbarkeit und wir sind mit ihnen Verbunden, ohne in ihrer Schuld zu stehen. Diese fundamentale Einsicht, ist die Grundlage der Arbeitsteilung und der Zivilisation schlechthin.

Es mag sein, dass jemand auf Kosten eines anderen, kurzfristig einen einseitigen Profit erzielen könnte, wenn er Täuschung oder Gewalt benutzt. Dieser Profit käme allerdings zu einem teuren Preis: nämlich seinem dem Ruf und die Gefahr, aus der Zivilisation ausgeschlossen zu werden. Jeder hat ein ureigenes, langfristiges Interesse, sich mit anderen zu einigen und solche kurzsichtigen Gedanken schnellstmöglich zu verwerfen.

Gleichberechtigung

Um diese Erkenntnis zu verwirklichen, brauchen wir Regeln. Regeln, die es ermöglichen, unsere jeweiligen Ziele zu verfolgen und Konflikte zu vermeiden. Ohne diese Regeln direkt zu nennen, können wir schon vorher etwas sagen über ihre Gestalt.

Das Erste ist, dass die Regeln für jeden gleichermaßen gültig sein müssen. Denn ich kann nur von anderen erwarten, dass sie sich an Regeln halten, wenn ich mich gleichermaßen auch an diese Regeln halte. Wenn manche Regeln nur für bestimmte Personen gelten und nicht für andere, würde die Frage aufkommen, warum ein schlechter gestellter Mensch diese Regeln akzeptieren soll.

Es mag sein, dass selbst ein Sklave, in einer vermeintlichen Zivilisation, besser gestellt ist als alleine in der Wildnis, aber der Friede der Unterjochten ist zerbrechlich. Die Sklaven könnten flüchten und ihr eigenes Ding machen, oder sie wittern Schwäche und schließen sich zusammen um ihre Herren zu überwältigen. Diese Risiken sind Grund für jeden, der sich einbildet, er würde zu den Herrschern zählen, solche Machtgelüste aufzugeben und jeden seiner Mitmenschen als gleichberechtigt anzuerkennen.

Recht ist legitime Gewalt

Der zweite Eckpfeiler neben der Gleichberechtigung ist nur eine klare und deutliche Formulierung von dem, was es bedeutet, das “Sagen” zu haben.

Rechte sind ein Pakt, im kleinsten Fall zwischen zwei Personen. Ich erkläre mich bereit dir ein Recht zu gewähren, soweit du für mich das Gleiche tust. Das heißt: Ich bin bereit, mein Verhalten zu beschränken, soweit du ebenso dein Verhalten beschränkst. Ich bin bereit, dein Verhalten als legitim zu erachten, so weit du mir, für mein gleichartiges Verhalten, Legitimität zusprichst. Solltest du das aber nicht machen, solltest du mich hintergehen, solltest du versuchen, über mich zu herrschen, durch Täuschung oder Gewalt, dann lässt du mir keine andere Wahl. Dann fallen wir zurück in die Barbarei und ich werde versuchen, der Stärkere zu sein. Ich werde versuchen, meinen Willen zu verwirklichen. Wenn nötig mit Gewalt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Bei diesen Regeln, in denen es „Rechte“ gibt, geht es nicht um einen friedlichen Sitzkreis, in dem wir alle gemeinsam „kumbaya“ singen und in spiritueller Einigkeit unser gemeinsames Glück suchen. So was mag ja Platz haben innerhalb des Rahmens dieser Regeln, aber der Rahmen muss erst mal gesetzt sein. Die Regeln haben ein grundlegenderes Ziel, nämlich dass wir uns erst mal nicht alle gegenseitig die Köpfe einschlagen. Die Frage des Rechts ist die Frage, ob Frieden oder Krieg. Weiß Gott, es gibt viele weitere Probleme, die wir gerne Lösen wollen, aber dazu brauchen wir zuerst den Frieden.

Die Regeln, die wir hier suchen, müssen die Frage beantworten, ab wann jemand nicht mehr als gleichberechtigte Person behandelt wird und ab wann man deshalb erwarten kann, dass sie auf Kriegsfuß steht. Es geht darum, diejenigen Grenzen zu ziehen, die wir ziehen müssen, um Konflikte zu minimieren und uns vor der Barbarei zu bewahren.

Die Regeln

Kommen wir nun zu diesen Regeln.

  1. Jede Person kann einen Teil der Natur als Gut betrachten und für sich in Besitz nehmen, soweit eine andere Person dieses Gut nicht vorher in Besitz genommen hat. Wir nennen solche in Besitz genommenen Güter „Privateigentum“.
  2. Jede Person hat als erstes Privateigentum, den eigenen Körper. Dieses ist von Natur aus im Besitz der Person und untrennbar mit ihr verbunden.
  3. Jede Person erklärt sich bereit, das Privateigentum einer anderen Person zu respektieren, soweit dieser Respekt erwidert wird. Das bedeutet, jeder wird es unterlassen, über das Privateigentum eines anderen zu verfügen, soweit es gegen den Willen des Eigentümers ist.
  4. Jede Person kann ihr Privateigentum an eine andere Person übertragen. Wir nennen diesen Vorgang „Übereignung“.
  5. Jede Person kann eine Übereignung an Bedingungen knüpfen, zum Beispiel, bei einem Handel an eine gleichzeitige Übereignung oder an eine Leistung durch den Handelspartner. Wenn beide den Bedingungen zustimmen, sprechen wir von „Willensübereinkunft“ oder „Vertrag“.

Grenzziehung

Nehmen wir nun an, dass zwei oder mehr Personen diese Regeln prinzipiell als sinnvoll erachten. Als Nächstes müssen sie die Frage beantworten, wo die Grenzen liegen, zwischen ihrem jeweiligen Privateigentum.

Da die Regeln helfen sollen, Konflikte zu vermeiden, ist es nicht nötig, sich über jedes Privateigentum zu verständigen, sondern nur über solches, bei dem Konflikte drohen. Soweit kein Grund für eine andere Annahme besteht, kann jeder annehmen, dass ein Gut das Eigentum der Person ist, die es momentan besitzt. Soweit niemand ein Gut momentan besitzt und auch nicht erkennbar ist, dass jemand es je im Besitz hatte, kann jeder annehmen, dass es sich noch im Urzustand befindet.

Nur wenn Zweifel an Eigentumsgrenzen bestehen, oder drohen, oder einfach weil wir vergesslich sind, lohnt sich eine weitergehende Verständigung über diese Grenzen. Es hat sich dazu als nützlich erwiesen, die Grenzen nicht alleine in unseren Köpfen zu belassen, sondern objektiv in unserer Umwelt erkennbar zu machen. Bei unseren Körpern sind die Grenzen offensichtlich ja sogar, leibhaftig spürbar. Für das meiste Andere haben sich Hilfsmittel bewährt wie Grenzsteine und Zäune oder Einträge in gemeinsame Grundbücher.

Analog ist es auch bei Verträgen. Für jede Partei wird es oftmals günstiger sein, sich zu vergewissern, dass der eigene Wille vom jeweiligen Vertragspartner verstanden wird und auch in Zukunft objektiv nachvollzogen werden kann. Für manches mag der Handschlag reichen, für anderes wählt man besser die Schriftform und bekundet seinen Willen unverfälschlich durch Unterschrift oder Siegel. Ohne eine solche Verständigung, besteht die Gefahr für Fehlkommunikation und dadurch für spätere Konflikte.

Jede Alternative bedeutet Herrschaft

Jede Alternative zu diesen Regeln führt zu Konflikten und schafft Kategorien von Übermenschen und Untermenschen.

Für eine genauere Erklärung oder gar für eine Herleitung der Regeln, müssten wir auf Themen eingehen wie Wiedergutmachung, Eskalationsspiralen und Zwickmühlen. Für all das und vieles mehr haben wir hier nicht die Zeit. An dieser Stelle muss es genügen, folgendes zu erklären: Es gibt bestimmte Rechte, die ohne Widerspruch zueinander stehen. Diese Rechte werden nicht von oben herab diktiert oder gewährt, sondern jeder kann diese Rechte von sich aus anderen gewähren und auf wechselseitige Erwiderung dieser Rechte für sich hoffen.

Das wichtigste zu erkennen ist, dass wir unsere Regeln nicht, wie es Mode ist, als Gemeinschaftsprojekt betrachten, bei dem jeder mitredet und Einfluss nehmen soll. Es ist nicht eine Frage des Geschmacks oder von Willkür. Die Begründung dieser Regeln liegt in ihre Eignung, die Zivilisation zu ermöglichen. Dabei ist die Konfliktvermeidung das Ziel und die Knappheit das zentrale Problem.

Man könnte meinen, die lückenlose Herleitung solch einer säkularen Ethik, ausschließlich begründet im menschlichen Handeln und den Bedingungen der Natur, wäre ein Projekt, worum jeder Philosoph sich reißen müsste. Leider zählen die allermeisten Philosophen unserer Zeit zu den Hofintellektuellen. Dieser Ansatz ist verpönt, denn er untergräbt die durch Zwang finanzierten Institutionen, in denen sie arbeiten.

Manche Philosophen haben sich dennoch an das Thema herangewagt. Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei die Arbeit von Andreas Tiedtke ans Herz gelegt.

Andreas Tiedtke – Kompass zum lebendigen Leben
https://www.amazon.de/dp/3959724454

Keynes bezeichnete sich selbst als Sozialist. Er hatte recht.

Original von Edward W. Fuller erschienen bei mises.org
Übersetzt für „Die Marktradikalen“ von Andreas Tank.

Einführung

1997 veröffentlichte Ralph Raico einen Artikel mit dem Titel „Keynes and the Reds“. Raicos Artikel hob die Rezension von John Maynard Keynes über ein 1936 erschienenes Buch der britischen Sozialisten Sidney und Beatrice Webb mit dem Titel „Soviet Communism“ hervor. In seiner Rezension diskutiert Keynes die UdSSR von Joseph Stalin und kommt zu dem Schluss: „Das Ergebnis ist beeindruckend.“ Für Raico, einen Historiker in der klassischen liberalen Tradition, widerspricht diese Aussage der konventionellen Vorstellung, dass Keynes ein Musterliberaler war.

Leider stellen die Verteidiger von Keynes ihn immer noch als vorbildlichen Liberalen dar. Robert Skidelsky behauptet zum Beispiel: „Keynes war ein lebenslanger Liberaler“ und „Er war kein Sozialist“. Roger Backhouse und Bradley Bateman bestehen darauf: „Er war ein klassischer Liberaler in seiner Politik, der der individuellen Freiheit ebenso verbunden war wie der glühendste Libertäre, der zeitlebens den Sozialismus ablehnte.“

Dieser Artikel ist eine Fortsetzung von „Keynes and the Reds“. Er liefert weitere Beweise dafür, dass Keynes mit dem sowjetischen Sozialismus sympathisiert hat und kein aufrichtiger Liberaler war.

Die bolschewistische Revolution

Keynes war von Anfang an vom Sozialismus in Russland begeistert. Er feierte die bolschewistische Revolution von 1917. Am 8. März 1917 brach die Russische Revolution aus und Zar Nicholas II. dankte am 15. März ab. Die Aussicht auf eine sozialistische Revolution in Russland begeisterte Keynes, und er schrieb an seine Mutter:

Ich war ungeheuer begeistert und aufgeregt über die russischen Nachrichten. Es ist das einzige Ergebnis des Krieges, das es bisher wert ist, es zu haben. Zwischen den Sozialisten und den Miljukow-Konstitutionalisten findet jetzt ein scharfer und gleichmäßiger Kampf statt. Ich sehe jedoch nicht die geringste Chance einer pro-zarischen Konterrevolution.

John Maynard Keynes to Florence Ada Keynes, Mar. 30, 1917, PP/45/168/9/8–9, Papers of John Maynard Keynes, King’s College Archive Centre, Cambridge University.

Am 7. November 1917 übernahmen Wladimir Lenin und die Bolschewiki die Macht. Keynes verkündete glücklich: „Der einzige Weg, der mir offen steht, ist, lebhaft bolschewistisch zu sein.“ Im Dezember war er Mitbegründer des 1917 Club in London. Natürlich wurde der Club zum Gedenken an das Jahr der bolschewistischen Revolution benannt. Die Mitgliedschaft in Keynes‘ Club 1917 liest sich wie das Who-is-Who der britischen Sozialisten des 20. Jahrhunderts: G. D. H. Cole, Hugh Dalton, J. A. Hobson, Ramsay MacDonald, Oswald Mosley, John Strachey, H. G. Wells und Leonard Woolf.

Im Februar 1918 gab Keynes erneut zu, „Bolschewik“ zu sein. Der berühmte Journalist Clarence W. Barron, Gründer des Barrons Magazin, traf Keynes 1918 und schrieb: „Lady Cunard meinte, Keynes sei eine Art Sozialist, und mein Urteil ist, dass er die Art Sozialist ist, der nicht an die Familie glaubt.“

Keynes bezeichnete sich selbst als Bolschewik, aber was war das Wesen dieser Revolution? Wie Sean McMeekin schreibt: „In ihren ersten zwei Monaten an der Macht hatten die Bolschewiki das russische Volk nicht so sehr für sich gewonnen, sondern sie schikaniert und zur Unterwerfung geprügelt.“ Tragischerweise töteten Keynes‘ bolschewistische Genossen in den Monaten nach ihrer Machtübernahme über hunderttausend Russen.

Die 1920er

Von 1919 bis 1923 widmete Keynes den größten Teil seiner Energie den Finanzproblemen der Nachkriegszeit, blieb aber begeistert von dem sozialistischen Experiment in Russland. Er verkündete am 26. April 1922: „Ein außergewöhnliches Experiment des Sozialismus ist im Gange. Ich denke, es könnte solide Grundlagen geben, auf denen man eine Brücke bauen kann.“

Keynes schätzte Wladimir Lenin sehr. Am 6. Juli 1922 erklärte er, dass „[Lenins] politische Kontrolle der Angelegenheiten von hoher intellektueller Kompetenz war. Die Revolutionsgeschichten enthalten nichts Bemerkenswerteres oder kälter und prachtvoller Glänzendes als die Karriere Lenins.“

Sicherlich kann kein aufrechter Liberaler der Zustimmung Lenins durch Keynes zustimmen. Wie Robert Service schreibt: „Lenin verließ sich auf Diktatur und Terror.“ Lenins Regierung tötete über 4 Millionen Menschen ihrer eigenen Bevölkerung, was ihn zum fünftblutigsten Massenmörder des 20. Jahrhunderts machte. Bis 1923 hatte Lenins Regime über 350 Konzentrationslager in der UdSSR eröffnet. Diese Lager waren die Grundlage des Gulag-Systems, das schließlich „fast 40 Millionen Menschenleben verschlang“.

Keynes‘ Begeisterung für das sozialistische Experiment in Russland verband ihn mit seiner späteren Frau, der russischen Ballerina Lydia Lopokova. Wie ihr Biograf zugibt, hatte Lopokova „natürliche Sympathien für den Sozialismus“. Lopokova schrieb im April 1922 an Keynes: „Ich sehe, Sie haben Sympathien für Russland.“

Keynes beeindruckte Lopokova mit seinem Engagement in russischen bzw. „sowjetrepublikanischen“ Gesellschaften. Er schrieb ihr am 24. Februar 1924: „Ich lege dir zum Durchlesen ein Prospekt über die neue UdSSR-Gesellschaft bei, der ich zugestimmt habe beizutreten.“ Und am 10. Mai: „Ich lege einen Prospekt der neuen Gesellschaft bei, der ich beigetreten bin, um intellektuell mit Russen in Kontakt zu kommen!“

Was war diese neue UdSSR-Gesellschaft? Im Juli 1924 war Keynes Gründungsvizepräsident der Gesellschaft für Kulturbeziehungen mit der UdSSR (SCR). Der SCR war eine prosowjetische Gesellschaft, die von VOX (All-Union Society for Cultural Relations with Foreign Countries) gesteuert und finanziert wurde. VOX war die internationale Propagandaagentur der Sowjetregierung; es war im Wesentlichen eine Front für sozialistische Propaganda außerhalb der Sowjetunion. Keynes‘ Vizepräsidentschaft des SCR bedeutet, dass er mehr als ein Jahrzehnt lang mit der Propagandamaschinerie der Sowjetregierung zusammengearbeitet hatte, bevor er „The General Theory“ veröffentlichte.

Keynes heiratete Lopokova am 4. August 1925 und das Paar verbrachte mit dem SCR die Flitterwochen in der UdSSR. Keynes sprach am 14. September 1925 mit dem sowjetischen Politbüro. Leo Trotzki nahm als Vorsitzender des technisch-wissenschaftlichen Industrieausschusses teil. Trotzki identifizierte Keynes als Sozialisten: „Selbst der eher progressive Ökonom, Herr Keynes hat uns erst neulich gesagt, dass die Rettung der englischen Wirtschaft im Malthusianismus liegt! Auch für England führt der Weg der Überwindung der Widersprüche zwischen Stadt und Land über den Sozialismus.“ Als Keynes zurückkehrte, berichtete Virginia Woolf, dass „Maynard eine Reihe [sowjetischer] Medaillen aus Diamanten hat“.

Keynes wandte sich nach seiner Reise in die Sowjetunion an den SCR. Er erklärte: „In den nächsten fünfzig Jahren würde die UdSSR einen größeren Beitrag zur Welt leisten als jedes andere europäische Land.“ Zum Zeitpunkt dieser Erklärung hatten die Sowjets bereits 5 Millionen ihrer eigenen Leute getötet.

Keynes war sich der Brutalität der Sowjets durchaus bewusst. Tatsächlich führte er die Brutalität auf die „Bestialität“ der „russischen und jüdischen Natur“ zurück. Er wollte „das Ziel [der UdSSR] erreichen“, aber „nicht auf diese [bestialische] Weise“:

Die Stimmung der Unterdrückung … ist die Frucht der Roten Revolution – es gibt viel in Russland, das einen zum Beten veranlassen sollte, dass das eigene Land sein Ziel nicht auf diese Weise erreicht. Teilweise ist es vielleicht die Frucht einer gewissen Bestialität in der russischen Natur – oder in der russischen und jüdischen Natur, wenn sie, wie jetzt, miteinander verbündet sind. Aber zum Teil ist es ein Gesicht der überragenden Ernsthaftigkeit des roten Russlands, der hohen Seriosität, der auf der anderen Seite als Geist der Euphorie erscheint… verdeckt unter der Grausamkeit und Dummheit des neuen Russlands mag sich ein Hauch Idealismus verbergen.

The Collected Writings of John Maynard Keynes, vol. 9, pp. 270–71.

Keynes fühlte sich Mitte der 1920er Jahre immer enger mit Sidney und Beatrice Webb verbunden. Im Jahr 1926 berichtete Virginia Woolf: „Die Keynes‘, Lydia und Maynard, unterliegen beide vollständig dem Einfluss der Webbs…Der große Keynes … liegt ihr [Beatrice] zu Füßen.“ In diesem Jahr besuchte er die sozialistische Sommerschule, und Beatrice notierte: „Ich kenne keinen anderen Mann, der herausfinden könnte, wie man den Reichtum [oder die Produktionsmittel] von Nationen im öffentlichen Interesse kontrolliert.“

Auf dem politischen Spektrum positionierte sich Keynes so weit links wie nur irgend möglich. Tatsächlich betrachtete er sich selbst als noch weiter links als Sidney Webb: „Ich habe in meinen Gedanken mit den Möglichkeiten größerer sozialer Veränderungen gespielt, als sie in die gegenwärtigen [sozialistischen] Philosophien von, sagen wir, Mr. Sidney Webb fallen….Die Republik meiner Vorstellung liegt ganz links im Himmelsraum.“ Diese Aussage führte Rod O’Donnell zu der richtigen Schlussfolgerung, dass „[Keynes] Vision jenseits des Fabianischen Sozialismus der Webbs lag“.

Die Sowjets erwiderten Keynes‘ Wertschätzung. 1927 lud ihn die Sowjetregierung in die UdSSR ein, um den zehnten Jahrestag der bolschewistischen Revolution zu feiern. Am 16. Oktober 1927 schrieb er an seine Frau: „Ich war gestern Abend sehr geschmeichelt, als ich die beiliegende Einladung der Bolschewiki erhielt, nächsten Monat nach Russland zu reisen, um das zehnte Jahr der Republik zu feiern. Mein erster Impuls war es die Einladung anzunehmen (unter der Annahme, dass die Einladung dich einschließt)….Die Idee ist sehr anziehend.“

Keynes besuchte die Sowjetunion 1928. Bei seiner Rückkehr stellte er fest, dass die Sowjetunion „viel normaler ist, als irgendjemand hier denkt“. Die Sowjetregierung hatte bereits 7 Millionen Menschen ihrer eigenen Bevölkerung getötet.

1930 –Die Allgemeine Theorie

Keynes war Anfang der 1930er Jahre eng mit der britischen sozialistischen Bewegung verbunden. Er war assoziiertes Mitglied des New Fabian Research Bureau. Dies war Großbritanniens führende sozialistische Denkfabrik, geleitet von seinem 1917-Clubkollegen und SCR-Mitglied G. D. H. Cole. Keynes engagierte sich auch bei seiner Schwesterorganisation, der Society for Socialist Inquiry and Propaganda. Am 13. Dezember 1931 hielt er vor dieser Gesellschaft eine Rede mit dem Titel „Ein Überblick über die gegenwärtige Stellung des Sozialismus“.

Keynes war ein wichtiger Wirtschaftsberater von Großbritanniens erstem sozialistischen Premierminister, seinem alten Freund Ramsey MacDonald aus dem 1917 Club. Keynes betrachtete sich selbst als einen radikaleren Sozialisten als MacDonald und Hugh Dalton, ein weiteres Mitglied des 1917 Clubs. Im Juni 1930 bezeichnete sich Keynes bei einem Treffen mit diesen Männern als „der einzige Sozialist der Gegenwart“. Beatrice Webb stimmte zu und sagte: „[Keynes ist] sicherlich weiter fortgeschritten als MacDonald.“

1923 kaufte Keynes „Nation and Athenaeum“, eine politische Wochenzeitung. Anfang 1931 hatte er sie mit dem „New Statesman“, Großbritanniens führender sozialistischer Zeitung, fusioniert. Diese Zeitung war 1913 von seinen engen Freunden, den Webbs, gegründet worden. Die gemeinsame Zeitung hieß „New Statesman and Nation“, und Keynes war der neue Vorstandsvorsitzende. Von Februar 1931 bis zu seinem Tod im April 1946 war Keynes Vorsitzender der führenden sozialistischen Zeitung Großbritanniens.

Robert Skidelsky gibt zu, dass Keynes‘ Zeitung „Sympathie für den Sowjetkommunismus“ hegte. Um Keynes jedoch vom schlechten Ruf des Stalinismus zu distanzieren, wälzte Skidelsky die Schuld für die pro-sowjetische Haltung der Zeitung auf den Herausgeber Kingsley Martin ab. Wie Roy Harrod, Keynes‘ offizieller Biograf, besteht Skidelsky darauf, dass „der „New Statesman“ unverkennbar Kingsley Martins war“.

Erstens forderte Keynes selbst, dass der Sozialist Martin der Redakteur bei den Fusionsverhandlungen wurde. Zweitens fragte Keynes Martin, ob er die Zeitung sozialistisch machen würde, und Martin sagte ihm, dass er dies tun würde. „Zufällig war dies die richtige Antwort: Keynes war in seiner Politik ein Sozialist.“ Schließlich widersprach Martin selbst Skidelskys Behauptung, Keynes sei nur ein distanzierter Vorsitzender einer prosowjetischen Zeitung:

Maynard war der einzige aktive Direktor des „N.S.& N.“ Bis zu seinem Tod im Jahr 1946 trafen wir uns häufig in seinem Haus in Sussex in Tilton oder in seinem Haus am Gordon Square….Sein Biograf, Sir Roy Harrod [ebenso wie Skidelsky], erwähnt seine enge Verbindung mit der Nation und sagt dann, dass er im Laufe der Jahre die Sympathien für die Politik des N.S. & N. verloren habe. Doch dies ist nicht der Fall.

Editor: New Statesman Years, 1931–1945 (Chicago, Henry Regnery Company, 1970), p. 41.

Keynes‘ Hauptwerk „The General Theory of Employment, Interest and Money“ wurde am 4. Februar 1936 veröffentlicht. E.S. Goller schrieb am 16. April desselben Jahres im Daily Worker: „Mit viel zu verlieren und wenig zu gewinnen war Keynes einer der Hauptorganisatoren des Kongresses für Frieden und Freundschaft mit der UdSSR in Cambridge. Wo Keynes‘ Sympathien liegen, ist leicht zu beurteilen.“ Der Kongress für Frieden und Freundschaft mit der UdSSR, den Keynes mitorganisierte, war eine „britischsowjetische Frontorganisation“. A.L. Rowse schrieb in seiner Rezension der „General Theory“:

In jedem einzelnen Punkt, ohne eine einzige Ausnahme, stimmt sie voll und ganz mit der [sozialistischen] Labour-Politik überein….Kein Wunder, dass Herr Cole die Bücher lautstark als „das wichtigste theoretische ökonomische Schriftstück seit Marx‘ Kapital“ bezeichnet hat…Herr Coles Aussage ist gerechtfertigt… das Werk kann beschrieben werden als die Grundlage für eine sozialistische Wirtschaftsform, zum ersten Mal in diesem Land.

Keynes: Contemporary Responses to the General Theory (Bristol, UK: Thoemmes Press, 1999), p. 111.

John Buchan und Keynes waren Mitglieder eines Dinnerclubs namens Other Club, und sie speisten über ein Jahrzehnt lang regelmäßig zusammen. Kurz nach der Veröffentlichung von „The General Theory“ beschrieb Buchan Keynes als „höflichen Kommunisten“. Buchan notierte: „Seine Leitlinie ist, dass er den Kapitalismus verachtet“. Keynes bekräftigte: „Der Privatkapitalismus ist eine veraltete Institution.“

Keynes erklärte nur 119 Tage nach Veröffentlichung von „The General Theory : „Bis vor kurzem verliefen die Ereignisse im [stalinistischen] Russland zu schnell und die Kluft zwischen den Papierberufen und den tatsächlichen Errungenschaften war zu groß, als dass eine angemessene Darstellung möglich wäre. Aber das neue System ist jetzt ausreichend ausgewachsen, um sich einer Überprüfung zu unterziehen. Das Resultat ist beeindruckend.

Kein aufrechter Liberaler könnte Keynes dahingehend zustimmen, dass das stalinistische Russland „beeindruckend“ war. Die Zeit der Kollektivierung in der UdSSR fiel mit der Entwicklung und Veröffentlichung der „The General Theory“ zusammen. In dieser Zeit hatte Stalin „100 Millionen Menschen versklavt“ und 11,5 Millionen seiner eigenen Leute waren getötet worden. Außerdem baute Stalin in dieser Zeit sein Gulag-System von Konzentrationslagern rasch aus. Als er 1953 starb, hatte Stalin etwa 55 Millionen Menschen getötet, was ihn zum blutigsten Massenmörder der Menschheitsgeschichte machte. Wie Raico betont hat, zeigt Keynes‘ Behauptung von 1936, dass das stalinistische Russland „beeindruckend“ sei, dass er kein echter Liberaler war.

Keynes‘ spätere Jahre

1939 lobte Keynes den Left Book Club. Er rief aus: „Wie töricht ist es, den Left Book Club zu verachten?! Er ist sicherlich eine der schönsten und lebendigsten Bewegungen unserer Zeit.“ Was war der Left Book Club? „The Communist Party and the Left Book Club“ wurde im Mai 1938 veröffentlicht und ließ verlauten: „Die kommunistische Partei Großbritanniens nutzt den Left Book Club als Kanal für revolutionäre Propaganda und Aktivitäten.“

Darüber hinaus zeigt dieses Dokument, dass Keynes‘ SCR mit dem Left Book Club verbunden war. Wie bereits erwähnt, war Keynes 1924 Gründungsvizepräsident des SCR und dieser wurde von der sowjetischen Regierung finanziert und kontrolliert. Das Flussdiagramm im Dokument zeigt, dass der Left Book Club Verbindungen zu den „Propagandaabteilungen der Sowjetregierung und der Kommunistischen Internationale“ unterhielt. Kurz gesagt, Keynes‘ Befürwortung des Left Book Club war eine Befürwortung der britischen Kommunistischen Partei und damit auch der Sowjets.

Stafford Cripps war der Neffe der Webbs und wurde 1950 Präsident der Fabian Society. In den frühen 1930er Jahren war er stellvertretender Sekretär des New Fabian Research Bureau und ein wichtiger Geldgeber der Society for Socialist Inquiry and Propaganda. In den späten 1930er Jahren versuchte Cripps, die sozialistische Labour-Partei mit der Kommunistischen Partei zu vereinen. Keynes rief 1939 aus: „Ich bin vollständig auf der Seite von Sir Stafford Cripps, und ich würde mich seiner Bewegung anschließen.“ Er sagte zu Cripps: „Ich hege große Sympathien für das, was Sie tun.“ Keynes stellte zu dieser Zeit fest: „Die Frage ist, ob wir bereit sind, aus dem Laissez-faire des 19. Jahrhunderts heraus in eine Ära des liberalen Sozialismus überzugehen.“

1939 lobte Keynes „das großartige Material der jungen Amateurkommunisten“. Hier lobte er die Kommunisten der Cambridge Apostles, einer Gesellschaft in Cambridge, der er am 28. Februar 1903 beitrat. In den 1930er Jahren „war Keynes eindeutig der intellektuelle Führer und das aktivste Mitglied der Gesellschaft“ und „er handelte als Vaterfigur für die Apostel“. Keynes kontrollierte den Eintritt in die Gesellschaft und eine sozialistische Orientierung war „zu dieser Zeit eine Voraussetzung für die Wahl zu den Aposteln“.

Die Cambridge Five waren ein berüchtigter sowjetischer Spionagering in Cambridge. Alle der Cambridge Five waren Mitglieder von Keynes‘ Aposteln und mindestens acht der Apostel waren bestätigte sowjetische Spione: Guy Burgess, Kim Philby, Michael Straight, Anthony Blunt, Donald Maclean, Guy Lidell, John Cairncross und Leo Long. Außer diesen acht operierten noch mindestens vierzig weitere sowjetische Spione in der Umgebung von Cambridge. Bis heute waren Forscher nicht in der Lage, etwa vierzig Codenamen (einschließlich Poet, Chaffeur und Professor) mit bestimmten Personen zu verknüpfen.

Keynes leitete die britische Staatskasse während des Zweiten Weltkriegs. „Er war die Schatzkammer“, berichtet Skidelsky. Im Juli 1944 ging Keynes zur Bretton WoodsKonferenz, um das Weltwährungssystem der Nachkriegszeit zu entwerfen. Sein amerikanischer Amtskollege war der Beamte des US-Finanzministeriums Harry Dexter White. Keynes und White waren die beiden Hauptverantwortlichen für das entstandene Währungssystem der Nachkriegszeit.

Heute ist allgemein bekannt, dass White ein sowjetischer Spion war. Während er 1944 in Bretton Woods mit White zusammenarbeitete, war Keynes Vizepräsident des SCR. Das bedeutet, dass das Währungssystem der Nachkriegszeit von zwei Männern mit Verbindungen zur sozialistischen Regierung der UdSSR entworfen wurde. Natürlich ging das KeynesWhite-Geldsystem in das aktuelle Weltwährungssystem über.

Fazit

Ralph Raico stellte die Idee in Frage, dass Keynes ein aufrechter Liberaler sei. Zweifellos hatte Raico Recht. Im Gegensatz zu sympathischen Kommentatoren stand Keynes nicht in der Tradition des aufrechten Liberalismus. Vielmehr, wie O’Donnell feststellt, „stellte sich Keynes eine bestimmte Form des Sozialismus vor und vertrat diese“ und „er ist klar, explizit und unzweideutig; er benutzte den Begriff Sozialismus, um seine eigenen Ansichten zu charakterisieren.“

Quellenverzeichnis im Original Artikel:
https://mises.org/wire/keynes-called-himself-socialist-he-was-right

Liberty Sunrise – Ein freiheitliches Sommercamp schreibt Geschichte

Ein Artikel von Pollux – Zuerst erschienen auf Hive

Die letzte Woche war eine der besten, die ich seit grob 18 Monaten verbracht habe. Vom 10.8. bis 15.8 fand in Braunshausen im Herzen von Deutschland das Liberty Sunrise statt. Veranstaltet wurde das Camp mit knapp 80 Teilnehmern von Liberty Rising, einer Jugendorganisation unter Schirmherrschaft des Michael-Gartenschläger-Instituts. Direkt vorneweg ein großes Dankeschön an die Veranstalter Max Remke und Stefan Griese für die Idee, Planung und unermüdlichen Einsatz bei der Durchführung dieser außergewöhnlichen Woche.

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So genug der gesetzten Worte und mitten ins Schwelgen in Erinnerungen… Wow, Wow, WOW!!! Was für eine Woche.

Nach der Ankunft und dem Aufbau der Zelte ging es ans Orientieren, Kennenlernen und richtig Ankommen. Nach einem gemeinsamen Grillen kam dann gleich das erste Highlight mit der Begrüßungsrede von André Lichtschlag, dem Verleger des ef-Magazins der uns mit Anekdoten die Geschichte des freiheitlichen Denkens in Deutschland seit den 90er Jahren. Bis in die späten Nachtstunden wurden Ideen gewälzt und genossen endlich mal wieder unter Gleichgesinnten zu sein.

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Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es relativ ruhig los, zumindest für die Älteren wie mich. Für die Jüngeren gab es Kennenlernspiele mit viel Action, für die Älteren ging es ans Brainstorming über Möglichkeiten, Ideen und die Zukunft des MGI. Der Höhepunkt des Tages war ein Vortrag vom per Stream live zugeschaltetem @gunnarkaiser der dank sehr gut funktionierender Technik auch noch lange für Fragen zur Verfügung stand.

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Die weitere Abendgestaltung war wieder geprägt von angenehmen Unterhaltungen und den üblichen Diskussionen über Minimalstaat vs. Anarchie in freundschaftlicher und lustiger Manier. Die folgende Nacht war gefühlt noch kürzer und der kommende Tag hatte es in sich: Workshop über Workshop, teilweise gleichzeitig und mit solch hoher Qualität und Brisanz, dass man kaum zu Wählen imstande war. Journalismus (mit Constantin Eckner), Rhetorik, legale Bewaffnung (mit Oliver Huber), Praxeologie, Drinks mixen, Kreativitäts- und Produktivitätsworkshops nur um einige zu nennen.

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Gleichzeitig startete der Tuning Workshop um das erste deutsche Gadsden Car auf die Straße zu bringen. Gleichzeitig wurde das Camp für die nötigen Annehmlichkeiten aufgemotzt. Der 3800 Liter Pool war eine willkommene Abkühlung von der Sonne und für die rauchenden Köpfe.

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Der Abend endete mit meinem persönlichen Highlight der ganzen Woche. Markus Krall war persönlich da und sprach vor dem „mit Abstand jüngstem Publikum seiner Laufbahn“. Es scheint als habe er den Abend genossen, denn anstatt wie geplant um 21:45 die Heimreise anzutreten blieb Krall noch bis weit nach 23 Uhr und stand für Unterschriften, Photos aber auch für Fragen und sogar intensive Gespräche zur Verfügung. Die Rede war sowohl erschreckend, aber auch ermutigend, gespickt mit Humor, Zahlen, Daten, Fakten aber auch mit Anekdoten und unglaublich viel Wissen zur aktuellen Situation mit Corona, Inflation und was man persönlich dafür, bzw. dagegen tun kann. Sein neues Buch „Die bürgerliche Revolution“ ist mit Sicherheit eines der wichtigsten Bücher des Jahres…

Der Abend klang aus am Lagerfeuer mit Gesprächen, Musik und einer nicht unerheblichen Menge an Alkohol.

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Der nächste Tag war kaum weniger dicht durchgeplant mit Workshops und Vorträgen. Die Themen waren Kommunikation, Journalismus, Herrschaftsraum Schule, historisches und philosophisches zu Ayn Rand (mit Felix Hosse) und -speziell hervorzuheben- ein bewegender Vortrag vom Hongkonger in Dt.e.V. mit dem Exil-Hongkonger die Situation vor Ort und den unermüdlichen Kampf gegen das oppressive China und für Freiheit und Selbstbestimmung darlegten.

Der Abschluss des Tages war der live aus seinem Urlaub zugeschaltete Thorsten Polleit, der in seiner pragmatischen und sehr wissenschaftlichen Art seine Gedanken mit uns teilte und aus anderer Perspektive wie sein Kollege Krall die aktuelle Situation und Zukunftsperspektiven erläuterte.

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Nach soviel Input brauchte man natürlich wieder eine Entspannungsphase, so wurde wieder bis spät in die Nacht am Lagerfeuer geredet, die Eindrücke des Tages verarbeitet und eine wohl für viele unvergessliche Lesung von @unbasiert21, einem Vertreter der ECHTEN (!!!) MLPD @mlpdofficial kurzerhand zum Trinkspiel umgewandelt, zumindest bis Max mit der Gitarre und freiheitlichen, teilweise umgetexteten Liedern den Abend ausklingen ließ.

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Der letzte durchgeplante Tag war nicht weniger vollgepackt mit interessanten Vorträgen und Workshops, so kam Sebastian Grell als Botschafter für die freien Privatstädte von Titus Gebel zu Wort, AlexAnarcho klärte über Cryptos für Einsteiger auf und die romantische bzw. erotische Seite von Ayn Rand wurde analysiert. Gleichzeitig gab es unter anderem Workshops für Antikommunistischen Aktivismus, Strafrecht, einen Styleguide und einen Workshop für Selbstverteidigung. Sogar ein Professor für medizinische Psychologie an der Universität Tübingen (Boris Kotchoubey) kam zu Wort und hat für uns die Klimapanik „debunked“.

Wieder ein Programm so dicht und hochwertig, dass man sich beinahe ärgern musste nicht an allen teilnehmen zu können.

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Die abschließende Party an diesem Abend ließ zum Glück dieses Dilemma vergessen und viel kann man nun kaum mehr schreiben, da für alles Weitere es nötig gewesen wäre vor Ort zu sein. Laut den Veranstaltern ist fest geplant ein weiteres Sommercamp dieser Art im nächsten Jahr zu veranstalten, was mich dazu veranlasste, direkt für Anfang August nächstes Jahr schon einen Platzhalter in meinem Kalender einzutragen.

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5 Tage Maskenfrei wurde leider nur möglich mit einem Test vor dem Betreten des Geländes. Bei aller Kritik daran war jede Sekunde es wert.

Letztlich lässt sich alles kurz zusammenfassen mit den Worten von Tom Gerhard als er am Ballermann 6 ankommt, nur halt auf andere Weise durchgeknallt:

„Endlich normale Leute“

Ich freue mich auf nächstes Jahr!

euer Pollux

Deutschland kurz vor dem Blackout

Ein Twitter Thread von https://twitter.com/Conava2 vom 10.01.2021

Nur mal kurz zur Info. Wir standen vor einigen Tagen nicht weit entfernt vor einem Netz #Blackout in ganz Europa. Ich erkläre euch kurz was das bedeutet hätte: Kein Wasser, kein Einkauf, kein Tanken, bedingte Rettungskräfte, kein Handy und Telefon. Spätestens nach 2 Tagen Unruhen.

Das Netz wieder zu starten ist äußerst komplex aufgrund von Kaskadeneffekten. Aber unsere @FFF_Frankfurt Kinder wollen keine Grundlastversorgung mehr, sodass wir das System einfach noch ein wenig volatile machen.

Die böse Atomkraft, die nicht böse, sondern in solchen Situationen das System stabilisiert (@Nuklearia), will der deutsche ja aufgrund eines Tsunamis in Japan ja nicht mehr haben.

Aber anstatt sich darüber Gedanken zu machen, will die #Antifa lieber Rosa Luxemburg feiern und ein paar Polizisten prügeln oder der Duden Gendern oder oder oder.

Das euch das größtenteils egal ist oder ihr es einfach nicht versteht, wundert mich indes aber kaum. Wer nicht einmal die #Corona Zahlen ins Verhältnis setzen kann, wird mit dem Stromnetz nichts anfangen können.

Und liebe Deutsche Medien, vorallem unsere Zwangs finanzierten @ARD_Presse, @ZDF und wie ihr alle heißt. Es wäre wirklich nett, wenn man auch mal darüber berichtet anstatt sich Gedanken um das herausschneiden eines #Wendlers aus DSDS zu machen.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich und ein paar Bekannte auch so einen Fall preppen. Wir sind weder rechts noch Reichsbürger. Ich würde allen, die das lesen, empfehlen sich Gedanken zu machen und eventuell auch ein paar Vorräte anzulegen.

Conava zum Mindestlohn

https://twitter.com/Conava2 reagiert wird auf folgenden Tweet:

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https://twitter.com/silv_den_/status/1403711069760200704

Und die daraus resultierende Inflation (da die höheren Lohnkosten ja an den Verbraucher weitergegeben werden müssen) frisst das „mehr Geld“ dann sofort wieder auf. Aufgrund des progressiven Steuersatzes wird dann am Ende sogar weniger verfügbares Einkommen vorhanden sein.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass der höhere notwendige Preis am Markt nicht realisiert werden kann (Target Pricing). Hier wird der Unternehmer die Prozesse entweder automatisieren oder in ein Land verlagern, dessen Lohnkosten verträglich mit dem Marktpreis sind.

Dies wird @silv_den_ negieren, indem sie auf die Einführung des Mindestlohns und die ausgebliebene Arbeitslosigkeit verweist. Der Preis der fehlenden Arbeitslosigkeit war eine reelle Inflation von ca. 10% p.a., die jeder einzelne zahlt und dem Geringverdiener am meisten schmerzt.

Zusätzlich ist zu beobachten, dass Grundprodukte nicht mehr in Deutschland oder der EU produziert werden können. Dies ist vor allem bei Medikamenten, Masken, einfacher Elektronik und vielen anderen Gütern schon längst zu beobachten und wird sich bei 12€ deutlich verschärfen.

Ich erwarte aber keine Diskussion mit @silv_den_ , da sie aufgrund meiner politischen Überzeugungen nicht mit mir sprechen will. Genauso geht Fortschritt: Andere Meinungen oder Gedanken von vorne herein ausschließen…..

Des Weiteren möchte ich anmerken, dass beim Punkt Automatisierung ebenfalls die Unterschicht am härtesten getroffen wird, da deren Arbeitsverhältnisse dann unwiederbringlich wegfallen. Ergo ist die Politik, die @silv_den_ proklamiert und andere Parteien nutzen ASOZIAL.